Zoll

Diese Frage hört man in Österreich nur mehr im Reiseverkehr an den EU-Außengrenzen zur Schweiz und zu Liechtenstein und auf den internationalen Flugplätzen.

Im internationalen Warenverkehr sind Export- und Import- Zollabfertigungen jedoch alltägliche Aufgaben. Jede über die Außengrenze der EU transportierte Warensendung ist zu einem Zollverfahren durch die Abgabe einer Zollanmeldung anzumelden.

EXPORT – Ausfuhrverfahren (Ausfuhr aus dem Zollgebiet der Gemeinschaft)

IMPORT – Überführung in den freien Verkehr (Verbringen in das Zollgebiet der Gemeinschaft)

Für folgende Waren ist die Abgabe einer Zollanmeldung erforderlich:

  • nicht für den Eigenbedarf bestimmte Waren
  • außerhalb der EU erworbene Waren, die die Freimengen für Tabakwaren, Alkoholika, nicht schäumende Weine, Bier und Arzneimittel und die Freigrenze für andere Waren übersteigen
    (Freimengen und Freigrenzen sind unter Einreisebestimmungen und Postversand nachzulesen)
  • Waren, die Einfuhrverboten oder Einfuhrbeschränkungen unterliegen

Die Europäische Union hat ein einheitliches Zollsystem und somit ist der Zollkodex der Union in allen EU-Staaten verpflichtend anwendbar.

Die Abgabe von Zollanmeldungen hat zwingend in e-zoll zu erfolgen; dies gilt auch für Zollanmeldungen für Zollabfertigungen am Amtsplatz. (e-zoll ist der vollständige, papierlose und IT-gestütze Austausch von Informationen und die Speicherung von Daten)

Schriftliche Zollanmeldung ist nur mehr bei Zollstellen mit Reiseverkehr (Flughäfen und Grenzzollämter zur Schweiz) zulässig. Das betrifft Zollanmeldungen, welche von Reisenden für die von ihnen mitgeführten Waren abgegeben werden.

Muster von Zollanmeldungen

Rückkehr aus dem Ausland: Was muss ich bei Einreise nach Österreich beachten?!

Was darf ich nach Österreich einführen? Welche Einfuhrverbote, Einfuhrbeschränkungen gelten? Welche Freimengen und Freigrenzen gibt es für Waren für den persönlichen Gebrauch?

Aktuelle Informationen unter: Tipps für die Einreise nach Österreich

Reisefreigrenzen

Einfuhrverbote oder Einfuhrbeschränkungen

Artenschutzbestimmungen


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  • Zoll – die Zollbestimmungen, die bei der Einreise nach Österreich zu beachten sind

 

Postversand

Ausfuhr

Für alle Postsendungen mit einem Warenwert über 1.000,00 Euro ist eine elektronische Zollanmeldung im „e-zoll“ Verfahren erforderlich. Das ACT Zollamt / Zollstelle Post veranlasst die Ausfuhrabfertigung und erstellt das entsprechende Ausfuhrbegleitdokument.

Einfuhr

Für Privatsendungen und für kommerzielle Waren bis zu einem Gesamtwert von 1.000 Euro ist für die Überführung in den zollrechtlich freien Verkehr eine Zollinhaltserklärung erforderlich. Fehlt die Zollinhaltserklärung oder wird die Wertgrenze bei kommerziellen Waren überschritten, ist jedenfalls die Abgabe einer förmlichen Zollanmeldung durch den Empfänger erforderlich.


Welche Warensendungen aus Nicht-EU-Staaten sind im Postversand abgabenfrei?

Für Warensendungen aus Nicht-EU-Staaten bestehen Abgabenbefreiungen. Waren, die per Internet-Bestellung gekauft und importiert werden sind bis zu einem Warenwert von 22 Euro abgabenfrei, dh. es fällt keine Einfuhrumsatzsteuer an. Sendungen bis zu einem Warenwert von 150 Euro sind auch zollfrei. (siehe auch Online-Shopping).

Für private Geschenksendungen besteht die Abgabenfreiheit sogar bis zu einem Warenwert von 45 Euro.

Der Einfuhr dürfen keine Einfuhrverbote oder Einfuhrbeschränkungen entgegenstehen.

Aktuelle Informationen zu Höchstmengen: Abgabenfreier Postversand nach Österreich


Wann fallen Abgaben beim Online-Einkauf in Drittländern an?

Sobald eine Ware bei einem Versandhändler bestellt wird, fallen die vollen Einfuhrabgaben an. Bei einer Warenbestellung in einem Drittland sollten die Importnebenkosten nicht unterschätzt werden. Dazu zählen:

  • Versandspesen
  • Zoll (Ab einem Warenwert von 150 Euro ist Zoll zu entrichten. Die Höhe der Zollabgaben richtet sich nach der Ware selbst, dem Wert und nach dem Ursprungsland der Ware.)
  • Einfuhrumsatzsteuer (Waren mit einem Warenwert von über 22 Euro, sind einfuhrumsatzsteuerpflichtig.)
  • Sonderabgaben (Verbrauchsteuern)

Die Zollinhaltserklärung (Deklaration), ist jener Aufkleber am Paket, der über Art und Wert der Sendung informiert.

  • Nicht abgabenfrei sind: Tabak und Tabakwaren (die Bestellung von Tabak und Tabakwaren ist generell verboten), Parfums, Toilette-Wasser und alkoholische Erzeugnisse
  • Wichtig: Allfällige Einfuhrbeschränkungen oder Einfuhrverbote sind aber auch bei solchen Sendungen zu beachten!

Die Post meldet die Warensendung an und zahlt die Abgaben, die sie bei Zustellung inklusive eines Entgelts (Gestellungsgebühr von 10 Euro) für diese Dienstleistung (keine Abgabe) einhebt.


Produktpiraterie

Der Kauf von Fälschungen wird von vielen Konsumentinnen und Konsumenten oft als „Kavaliersdelikt“ abgetan oder nur – unter dem Gesichtspunkt der Geldersparnis – für ein vermeintlich günstiges „Schnäppchen“ gesehen. Was dabei aber vielfach nicht bedacht wird ist, dass Plagiate auch eine ernste Bedrohung für die Gesundheit und die Sicherheit der Verbraucherinnen und Verbraucher darstellen können.

Beim Online-Shopping sollte immer auch bedacht werden, dass ein vermeintlich besonders günstiges Produkt vielleicht nur deshalb so günstig angeboten werden kann, weil es kein Originalprodukt, sondern eine billige, qualitativ minderwertige Fälschung ist.

Bei Online-Einkäufen außerhalb der EU sollte daher – neben den Zollvorschriften – auch beachtet werden, dass der Zoll bei Sendungen mit Pirateriewaren (sog. Waren, die ein Recht geistigen Eigentums verletzen) nach der EU-Produktpiraterie-Verordnung 2014  tätig werden muss. Die Folge können dann durch die Rechtsinhaber angestrengte Verfahren oder – sofern alle Beteiligten zustimmen – eine Vernichtung oder Zerstörung der Pirateriewaren sein.


Nützliche Tipps für einen problemlosen Online Einkauf in Drittländern

  • Informieren Sie sich wie hoch die Zollsätze, eventuelle Sonderabgaben und die Einfuhrumsatzsteuer für Ihr gewünschtes Produkt ist. Liegen Einfuhrverbote oder Einfuhrbeschränkungen vor?
  • Beachten Sie die Höhe der Versandkosten, da diese ein vermeintlich günstiges Angebot erheblich verteuern können!
  • Die Ware soll zum Nettopreis ausgewiesen sein und auch so bestellt werden, sonst zahlen Sie doppelte Steuer: die ausländische Mehrwertsteuer und die österreichische Einfuhrumsatzsteuer.
  • Bei unbestellter Ware oder, wenn bei der Postzustellung ersichtlich ist, dass die Ware beschädigt bzw. die Verpackung der Postsendung nicht in Ordnung ist, verweigern Sie die Annahme!
  • Achtung: Bei Rücksendung von bestellten und bereits importierten Waren aus Drittländern ist eine Rückerstattung der Einfuhrabgaben nicht vorgesehen!

 

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Quelle: https://www.bmf.gv.at/zoll/post-internet/internet-shopping.html