Schulung.Sozialversicherung

Im Rahmen des kompetenz- und handlungsorientierten Unterrichts im Bereich Schulung.Sozialversicherung können Sie ….

  1. die Anmeldung von Mitarbeiter*innen mittels ELDA bei der ACT Sozialversicherung trainieren.
  2. die Erstellung der monatlichen Beitragsgrundlagenmeldung mBGM für Ihre angemeldeten Mitarbeiter*innen trainieren.
  3. die Abmeldung von Mitarbeiter*innen mittels ELDA bei der ACT Sozialversicherung trainieren.
  4. die Überweisungen der Sozialversicherungsabgaben, der Lohnsteuer, des Dienstgeberbeitrags und des Dienstgeberzuschlags, der Stadtkasse und der Nettogehälter trainieren.
  5. Ihr theoretisches Wissen im Bereich Sozialversicherung überprüfen.

ad 1. Anmelden von Mitarbeiter*innen

  • Beachten Sie, dass die Anmeldung bei der ACT Sozialversicherung bereits vor oder spätestens mit Arbeitsantritt der beschäftigten  und pflichtversicherten Person zu erfolgen hat. Auch für geringfügig Beschäftigte gilt diese Regelung.
  • Halten Sie alle notwendigen Daten bereit, um die Anmeldung neuer Dienstnehmer*innen per elektronischen Datenaustausch (ELDA) abwickeln zu können. Heben Sie alle Bestätigungen der Übermittlung auf, sie dienen als Beleg/Beweis für die zeitgerechte Meldungserstattung.
  • Daten Dienstnehmer(Familien-/Vorname, Versicherungsnummer, Geburtsdatum, Geschlecht, Beschäftigungsart, Beschäftigungsort, Anmeldedatum)
  • Das ELDA Formular für die Anmeldung aufrufen (reduzierte Versichertenmeldung) und Daten eingeben
    Bei der Online-Anmeldung können die Daten im nächsten Schritt nochmal überprüft werden. Anschließend den Button „Senden“ drücken.
    Wichtig: Drucken Sie die Sendebestätigung aus und/oder speichern Sie diese ab.

ad 2. Erstellen einer monatlichen Beitragsgrundlagenmeldung mBGM

Die elektronisch zu erstattenden mBGM sind das Herzstück des seit 2019 geltenden Melde- und Abrechnungssystems.

Durch die mBGM erfolgt auf Basis der im Lohnkonto enthaltenen Daten für jeden einzelnen Pflichtversicherten die Meldung der individuellen Beitragsgrundlagen sowie der davon zu entrichtenden Sozialversicherungsbeiträge, Umlagen/Nebenbeiträge und der Beiträge für die Betriebliche Vorsorge.

Vorteil in der Praxis: Anhand der so gewonnenen Informationen ist es dem Krankenversicherungsträger möglich, Änderungen der Versicherungsverläufe automatisch zu verarbeiten (z. B. Wechsel von einer geringfügigen Beschäftigung zu einer Vollversicherung und umgekehrt).

Bei der mBGM handelt es sich um eine versichertenbezogene Meldung, die pro abzurechnendem Beitragszeitraum zu erstatten ist, d.h. jedes Monat ist für jede*n Mitarbeiter*in eine mBGM zu senden.

ad 3. Abmelden von Mitarbeiter*innen

Die Beendigung eines Arbeitsverhältnisses kann auf unterschiedliche Weise erfolgen: Kündigung durch den Arbeitgeber, Kündigung durch den Arbeitnehmer, Entlassung, vorzeitiger Austritt aus gesundheitlichen Gründen oder eine einvernehmliche Auflösung. In jedem Fall muss der Arbeitgeber Ansprüche, Pflichten und Fristen beachten. Darüber hinaus können Arbeitsverhältnisse ausgesetzt werden, vom Tod des Arbeitgebers oder von einem Betriebsübergang betroffen sein. In manchen Fällen sind Arbeitgeber, die Arbeitnehmer kündigen wollen, durch das Frühwarnsystem verpflichtet, vorab das Arbeitsmarktservice (AMS) zu informieren.

  1. Kündigung durch den Arbeitgeber

Die Kündigung von Arbeitnehmern erfolgt schriftlich oder mündlich. Aus Beweisgründen soll die Kündigung schriftlich erfolgen. Sie kann auch während eines Krankenstandes ausgesprochen werden. Die Kündigungsfrist ist der Zeitraum, der zwischen dem Ausspruch der Kündigung und dem beabsichtigten Ende des Arbeitsverhältnisses (Kündigungstermin) liegen muss. Für Arbeiter und Angestellte gelten unterschiedlichen Kündigungstermine, die eingehalten werden müssen, und unterschiedliche Kündigungsfristen.

Eine  Zustimmung oder Ablehnung des Arbeitnehmers kann die Kündigung weder verhindern noch aufschieben. Arbeitnehmer können in weiterer Folge der Kündigung widersprechen und diese anfechten.

  1. Kündigung durch den Arbeitnehmer

Bei der Arbeitnehmerkündigung löst der Arbeitnehmer das Arbeitsverhältnis auf. Dies kann schriftlich oder mündlich erfolgen. Die Kündigung tritt ein, wenn sie dem Arbeitgeber zugegangen ist und die vorgeschriebenen Fristen eingehalten wurden. Bei schriftlichen Kündigungen geschieht das mit der Zustellung. Eine Zustimmung des Arbeitgebers ist nicht notwendig.

  1. Entlassung

Die Entlassung bewirkt die sofortige und fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses. Es muss ein Entlassungsgrund vorliegen. Es muss schwerwiegendes Fehlverhalten vorliegen, was die Weiterbeschäftigung unzumutbar macht. Fehlverhalten eines Arbeitnehmers im Krankenstand kann ein Entlassungsgrund sein.

  1. Die Entlassung kann mündlich mitgeteilt werden oder schriftlich erfolgen. Bei Lehrlingen ist nur die schriftliche Form erlaubt.  Ist der Lehrling minderjährig, so sind zusätzlich die Eltern davon zu verständigen. Schriftliche Entlassungen werden erst nach der Zustellung wirksam.

Die Entlassung von Geschützten Personen – wie zum Beispiel Präsenzdiener, werdende Mütter oder Betriebsräte – erfordert die Zustimmung des Arbeits- und Sozialgerichts. Der Arbeitgeber muss dafür bei diesem Gericht eine Klage einreichen.

  1. Vorzeitiger Austritt aus gesundheitlichen Gründen

Der vorzeitige Austritt geht vom Arbeitnehmer aus. Er kann nur bei Vorliegen guter Gründe – wie zum Beispiel Dienstunfähigkeit oder Gesundheitsgefährdung – erfolgen. Liegt eine Gesundheitsgefährdung vor, muss dem Arbeitnehmer eine Ersatzarbeitsplatz angeboten werden. Ob ein Austritt gerechtfertigt ist oder nicht, hängt nicht allein vom Anbieten eines Ersatzarbeitsplatzes ab, sondern ob der Arbeitgeber über die Gesundheitsgefährdung informiert wurde oder nicht.

  1. Einvernehmliche Auflösung

Bei der einvernehmlichen Auflösung vereinbaren Arbeitgeber und Arbeitnehmer das Ende des Arbeitsverhältnisses. Der Zeitpunkt ist frei wählbar, da keine Fristen und Termine einzuhalten sind. Auch im Krankenstand ist eine einvernehmliche Auflösung möglich.

  1. Aussetzung von Arbeitsverhältnissen

Der Arbeitgeber bezahlt kein Entgelt für die zwischen ihm und dem Arbeitnehmer vereinbarte Aussetzung des Arbeitsverhältnisses.

  1. Tod von Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Das Arbeitsverhältnis endet mit dem Tod des Arbeitnehmers. Stirbt der Arbeitgeber, übernehmen die Erben bestehende Arbeitsverhältnisse mit allen Rechten und Pflichten.

  1. Frühwarnsystem

Das Frühwarnsystem verpflichtet Arbeitgeber, die Arbeitnehmer kündigen wollen, das Arbeitsmarktservice (AMS) zu informieren (Anzeigepflicht).

Anzeigepflicht besteht für Betriebe, die

  • mindestens 5 Arbeitnehmer von mehr als 20 und weniger als 100 Beschäftigten
  • mindestens 5 Prozent der Arbeitnehmer in Betrieben mit 100 bis 600 Beschäftigten
  • mindestens 30 Arbeitnehmer in Betrieben mit mehr als 600 Beschäftigten
  • mindestens fünf Arbeitnehmer, die das 50. Lebensjahr vollendet haben (Ausnahme: bei Saisonbetrieben)

kündigen wollen.

  1. Ansprüche, Pflichten und Fristen

Je nach Art der Beendigung des Arbeitsverhältnisses entstehen Ansprüche wie UrlaubsersatzleistungAbfertigung Alt oder Kündigungsentschädigung. Arbeitnehmer haben Anspruch auf die Ausstellung eines Dienstzeugnisses und Postensuchtage. Wurde im Arbeitsvertrag ein Konkurrenzverbot vereinbart, ist dieses auch während der Kündigung einzuhalten. Hat der Arbeitgeber eine teure Ausbildung finanziert, kann er die Kosten zurückfordern.

Lohn und Gehaltsforderungen oder Zulagen verjähren innerhalb von 3 Jahren ab Fälligkeit. Für Ersatzansprüche wie Kündigungsentschädigung oder Schadenersatz gilt eine Verjährungsfrist von 6. Monaten.

Viele Kollektivverträge verkürzen die Fristen auf 3 bis 6 Monate. Die kollektivvertraglichen Regeln sind sehr unterschiedlich. Im Zweifel muss der Wortlaut des Kollektivvertrags gelesen werden. Welche Frist im Zweifel anzuwenden ist, muss durch den jeweiligen Kollektivvertrag ermittelt werden.

ad 4. Überweisung der Abgaben

Nach der monatlichen Gehaltsabrechnung müssen folgende VIER Überweisungen vorgenommen werden:

  1. An die Krankenkasse ist der Sozialversicherungsanteil abzuführen
  2. An das Finanzamt sind die Lohnsteuer, der Dienstgeberbeitrag DB und der Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag DZ abzuführen.
  3. An die Stadtkasse ist die Kommunalsteuer abzuführen.
  4. An die Mitarbeiter*innen ist das Nettogehalt zu überweisen.

 

WIE GEHT DAS?

  1. Überweisung an die Krankenkasse:

Bitte beachten Sie beim Ausfüllen des Zahlscheins, dass Sie Ihre Dienstgeberkontonummer richtig angeben.

Sinnvoll ist es in der Zeile „Kommentar“ das betreffende Monat  anzugeben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Überweisung an das Finanzamt:

Bitte beachten Sie beim Ausfüllen des Zahlscheins, dass

  • die Abgabenart ausgewählt werden muss. Bitte wählen Sie z.B. das Symbol L für Lohnsteuer usw.,
    • der Zeitraum eingetragen werden muss,
    • die Steuernummer angeführt werden muss.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Überweisung an die Stadtkasse:

Bitte beachten Sie beim Ausfüllen des Zahlscheins, dass Sie Ihre Dienstgeberkontonummer und das betreffende Monat in der Zeile „Kommentar“ angeben.

Bankdaten der Stadtkasse:

ACT-Bank:
IBAN: AT 489900000100004220
BIC: ACTBATW0 (0=Null)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Überweisung an die Mitarbeiter*innen:

Überweisen Sie die Nettogehälter auf die jeweiligen Bankkonten Ihrer Mitarbeiter*innen. Das können Mitarbeiter*innenkonten beim Bankkonto Ihrer Übungsfirma sein.

Wenn Sie noch nicht in einer Übungsfirma arbeiten, dann sollte jede*r Mitarbeiter*in ein Konto bei der SCHULUNG BANK haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wichtige Links:

www.elda.at

www.wko.at

www.oegk.at