ÜBUNGSFIRMA UND FREMDSPRACHEN

Der Bezug zur Übungsfirma wird durch den/die Fremdsprachenlehrer/in hergestellt, auch wenn er/sie nicht direkt in der Übungsfirma mitarbeitet. Der Bezug kann in Absprache mit dem/der Übungsfirmenleiter/in erfolgen oder ist unabhängig von der aktuellen Arbeit in der Übungsfirma. Es werden die Aufgaben auf die Übungsfirma bezogen: z. B. Bewerbungsschreiben für eine Abteilung der Übungsfirma, Angebote für Produkte, mit denen die Übungsfirma handelt, ….

Der/die Fremdsprachenlehrer/in ist (meist eine Stunde pro Woche) in der Übungsfirma und hilft den Mitarbeiter/innen bei den Geschäftsverbindungen in der Zielsprache. Themen und Programm werden von Übungsfirmenleiter/in und Fremdsprachenlehrer/in gemeinsam geplant, bzw. miteinander abgesprochen.
Möglichkeiten der Kooperation s. www.act.at – Publikationen –
Methodisch-didaktischer Leitfaden: Die Fremdsprachen in der Übungsfirma

Man sieht an den Beispielen, dass der Übungsfirmenbezug im Fremdsprachenunterricht – man kann ruhig sagen – ab der 1. Stunde gegeben ist: Vom Grüßen und Vorstellen, unter Beachtung von ganz einfachen interkulturellen Merkmalen, bis zu komplexen Geschäftsvorgängen im 4. und 5. Jahrgang.

Es gibt in der lebenden Fremdsprache kaum Themen, die keinen Übungsfirmenbezug zulassen. Selbst literarische, kulturelle, politische, ökologische … Themen haben im Bereich der interkulturellen Merkmale und Kompetenzen bei der Kundenbetreuung ihren Platz, wenn auch ihre Bedeutung für den unmittelbaren Geschäftsablauf geringer sind als die wirtschaftlich ausgerichteten Themen.

Wenn man davon ausgeht, dass man ab der 1. Stunde in Richtung Übungsfirma arbeitet, ist es auch vorstellbar, dass bis zur Reife- und Diplomprüfung alle für den beruflichen Bereich wesentlichen Themengebiete durchgearbeitet werden können.

Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass das von Schüler/innen produzierte Material absichtlich nicht überarbeitet wurde, um das von den Schüler/innen erreichte sprachliche Niveau nicht zu verfälschen.

Wir danken allen, die Material zur Verfügung gestellt haben und noch zur Verfügung stellen werden (Autor/in ist jeweils angeführt). Besonderer Dank ergeht an:

  • Mag. Edda Jerolitsch, Professorin für Italienisch und Französisch an der BHAK Wien 10 und
  • Mag. Gerda Piribauer von der HAK Neunkirchen. Das Team an der HAK Neunkirchen arbeitet schon seit Beginn in der Übungsfirma und hat maßgeblich an deren Entwicklung beigetragen. Es wurde bereits viel Material auf die Homepage gestellt: http://hakneunkirchen.schule.at/uefa.php.
  1. Jede Aktivität muss handlungsorientiert sein und einen klaren situativen Rahmen haben.
  2. Sprache darf NICHT Selbstzweck sein, sondern WERKZEUG, um zu kommunizieren. Nur ein sehr geringer Teil aller grammatikalischen Strukturen werden in der Praxis auch wirklich verwendet.
  3. Das Wesentliche ist nicht eine fehlerfreie Kommunikation, sondern ein Transportieren der Botschaft (z. B. ist ein Geschäftsbrief, der an die falsche Adresse geschickt wird, in der Praxis unbrauchbar und daher negativ zu beurteilen).
  4. Interkulturelle Fehler sind schwere Fehler, da sie – im Gegensatz zu Rechtschreib- oder Grammatikfehlern die Kommunikation schwerwiegend beeinträchtigen – und schlimmstenfalls auch zur Beendigung der Geschäftsbeziehung führen können. Daher ist die Zusammenarbeit mit Übungsfirmen aus anderen Ländern besonders wichtig.
  5. Übersetzen ist weder im Lehrplan vorgesehen, noch in der Praxis üblich und kann daher nicht Gegenstand einer Überprüfung sein.
  6. In der Praxis übliche Hilfsmittel wie Wörterbücher und Phrasensammlungen sind nicht nur zuzulassen, sondern ausdrücklich zu verwenden
  7. Alle 5 Fertigkeiten – Leseverständnis, Hörverständnis, monologisches und dialogisches Sprechen sowie schriftliche Textproduktion – sind als gleichwertig anzusehen und in gleichem Maße zu trainieren.
  8. Interkulturelle Fehler